Gesünder wohnen ohne Schadstoffe

Gesünder wohnenDas liebevoll eingerichtete Zuhause - ein Ort, um sich zurückzuziehen und sich zu regenerieren. Was allerdings, wenn die eigenen vier Wände die Gesundheit angreifen, da die Schadstoffbelastung in den Innenräumen sehr hoch ist? Wer denkt schon daran, dass ständig wiederkehrende Kopfschmerzen, Allergien, Atembeschwerden bis hin zum Asthma, Konzentrationsschwäche, Leistungsabfall und weitere rätselhafte Krankheitssymptome möglicherweise den Wohnraumgiften geschuldet sind, die die Innenraumluft zu einer ungesunden Mixtur machen? Das Phänomen, dass die schlechte Luft in den Innenräume krank machen kann, wurde in den USA bereits unter der Bezeichnung "Sick Building Syndrome" zusammengefasst. Die Schadstoffquellen, denen die krankmachenden Gifte entströmen sind vielfältig.

Wo verstecken sich die Schadstoffe?

Mal liegt die Wurzel des Übels in Farben, Lacken, Lösungsmitteln, Tapeten oder Fußbodenbelägen, mal in den Möbeln und Wohntextilien. Sogar Weichmacher in Kinderspielzeugen lassen die an sich harmlosen Spielutensilien zur Gefahr für die Gesundheit werden. Je älter das Haus ist, in dem Sie leben, desto größer ist die Gefahr, dass gesundheitsgefährdende Baumaterialien zum Einsatz kamen, die dank des heutigen Wissenstandes nicht mehr erlaubt sind.
Auch Schimmel, der teils durch Baumängel, teils durch falsches Lüften oder eine Kombination aus beiden Faktoren entsteht, ist ein weit verbreitetes Problem. Der Trend, die Innenräume gut abzudichten, um Energie zu sparen, tut ein Übriges, um schlechte Luft in den Innenräumen zu halten. Sorgten früher undichte und zugige Holzfenster für permanenten Luftzug, steht die Luft heute dank dicht schließender Kunststoff-Fenster und einer Wärme dämmenden Bauweise buchstäblich im Raum und kann nicht entweichen.

Kampf den Schadstoffen

Gut zu wissen ist allerdings auch, dass Sie den Schadstoffen nicht ganz so hilflos ausgeliefert sind, wie es scheint. Handelt es sich nicht gerade um Wohnraumgifte, die dem Mauerwerk und dem Fußboden aufgrund unsachgemäßer Bauweise entströmen, haben Sie es in der Hand, mit welchen Stoffen Sie sich umgeben wollen. Geben Sie schädlichen Emissionen erst gar keine Chance. Achten Sie schon bei der Renovierung und dem Kauf von Möbeln und Wohntextilien darauf, sich nur schadstoffarme Produkte ins Haus zu holen. Zu erkennen sind diese an verschiedenen Kennzeichnungen wie dem Umweltsiegel "Der Blaue Engel", dem "Europäischen Umweltzeichen", dem "FSC-Siegel", dem Siegel "Naturplus" oder dem Zertifikat "LGA-schadstoffgeprüft".
Produzieren Sie die Schadstoffe nicht selbst und vermeiden Sie ?Chemie-Keulen?. Verwenden Sie ökologisch unbedenkliche Reinigungsmittel und geben Sie Fliegengittern den Vorzug vor dem Insektenspray. Auch das gefürchtete Formaldehyd ist nicht nur in Möbeln oder Reinigungsmitteln enthalten, sondern ebenso im Rauch von Tabak. Gleiches gilt für Benzol, das Sie nicht nur unbewusst beim Besuch der Tankstelle inhalieren, sondern auch bewusst mit der nächsten Zigarette. Wenn Sie also auf die Zigarette nicht verzichten wollen, genießen Sie sie wenigstens im Freien.

Verdacht auf Wohnraumgifte - wer hilft?

Wenn Sie die Vermutung haben, dass Ihnen Wohnraumgifte das Leben schwer machen, dann gibt es einige Anlaufstellen, die Ihnen weiterhelfen. So die örtliche Verbraucherzentrale, das Landesgesundheitsamt oder die für Sie zuständige Umweltmedizinische Beratungsstelle. Ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite stehen Ihnen die Stiftung Warentest oder die Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute e.V. - kurz AGÖF. Gebührenpflichtige Schadstoffmessungen führen sowohl die Stiftung Warentest, als auch die Sachverständigen durch, deren Anschrift Sie von der AGÖF erhalten. Auch diverse Baubiologen bieten - natürlich ebenfalls kostenpflichtig - ihre Hilfe an. Doch Achtung: Ehe Sie einen Baubiologen zu Rate ziehen, dessen Adresse Sie ergoogelt haben, erkundigen Sie sich zuerst nach seiner Ausbildung und seinen Referenzen. Die Berufsbezeichnung "Baubiologe" darf nämlich auch ohne den Nachweis einer qualifizierten Ausbildung geführt werden, so dass der vermeintliche Sachverständige sich möglicherweise mit einer Wünschelrute auf die Suche nach Störquellen begibt.

Für ein hygienisches und gesundes Zuhause kann eine regelmäßige und am besten professionelle enorm beitragen.

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